Finanzen

Schufa: Mehr Verbraucher rutschen in Zahlungsschwierigkeiten

Angesichts hoher Lebenshaltungskosten und der Konjunkturschwäche geraten nach einer Schufa-Auswertung mehr Verbraucher in Deutschland in Zahlungsschwierigkeiten. Im vergangenen Jahr sei der Anteil der Verbraucher mit Zahlungsstörungen auf 8,1 Prozent gestiegen, teilte die Wirtschaftsauskunftei in Wiesbaden mit. Im Vorjahr habe der Wert noch bei 7,9 Prozent gelegen. 

«Ein zunehmender Teil der Verbraucher gerät finanziell unter Druck», erklärte die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz. Eine «Verschuldungskrise» in Deutschland sieht sie allerdings nicht. 

Die Zunahme von Verbrauchern, die etwa Rechnungen oder Kreditraten nicht rechtzeitig begleichen können, erklärt sich demnach aus einer gestiegenen Zahl von Personen, die wegen solcher Probleme von Unternehmenskunden oder Banken an die Schufa gemeldet würden. 

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Mehr Menschen erstmals finanziell in der Klemme

Als deutliches Zeichen für den wachsenden Druck wertet die Wirtschaftsauskunftei, dass deutlich mehr Menschen erstmals in Zahlungsschwierigkeiten gerieten. Ihre Zahl nahm 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent zu. Erstmalige finanzielle Engpässe privater Haushalte seien seit dem Inflationsschub Mitte 2021 bis 2023 zu beobachten gewesen. Auch die Zahl der Anträge auf Privatinsolvenz sei im vergangenen Jahr erneut gestiegen, und zwar um 8,3 Prozent auf 88.000. 

«Der Anstieg der Überschuldung spiegelt die zunehmenden finanziellen Belastungen der Verbraucher wider. Sie müssen seit 2022 deutlich höhere Preise zahlen, insbesondere für Lebensmittel und Energie», heißt es im Risiko- und Kreditkompass der Schufa. Allerdings habe die Zahl neuer Privatinsolvenzen unter den Höchstständen der Jahre 2006 bis 2012 gelegen, als jeweils mehr als 100.000 entsprechende Anträge gestellt worden seien. «Von einer Pleitewelle der Deutschen kann keine Rede sein», sagte Schufa-Leiterin Birkholz dem «Focus». 

30- bis 49-Jährige am häufigsten überschuldet 

Mehr als die Hälfte der neuen Privatinsolvenzen sei im vergangenen Jahr von Personen im Alter von 30 bis 49 Jahren beantragt worden. Weitere 13 Prozent entfielen auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Ein Prozent der Personen, die sich durch eine Privatinsolvenz entschulden wollten, war über 74 Jahre. Unter den Antragstellern waren der Analyse zufolge 58 Prozent Männer und 42 Prozent Frauen.

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Basis der Auswertung sind den Angaben zufolge historische Daten im archivierten Datenbestand der Schufa zum 31. Dezember 2025 zu rund 69 Millionen Verbrauchern in Deutschland.