Energiekonzerne

Vattenfall fordert klare Zuständigkeiten für Sicherheit

Angesichts der geopolitischen Konflikte wünscht sich Vattenfall-Deutschlandchef Robert Zurawski beim Schutz der Energie-Infrastruktur mehr Unterstützung der Politik. «Die Bedrohungslage hat sich auf jeden Fall geändert und da müssen wir als Unternehmen natürlich unsere Hausaufgaben machen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben viel investiert, auch und gerade in IT-Security, aber auch in die Sicherheit unserer Standorte, auch Offshore.» 

Es sei darüber hinaus aber zu klären, wer wo welche Verantwortung habe und wo die Grenzen verliefen. «Wir übernehmen die Verantwortung für unsere Standorte, aber das Problem endet ja nicht am Zaun. Und wer ist da zuständig?» Das müsse klar geregelt sein, betonte Zurawski. «Da muss aus meiner Sicht auch der Staat ran. Wir müssen uns gemeinsam mit den Akteuren an einen Tisch setzen und das Thema besprechen.» 

Der Energiekonzern entwickelt derzeit etwa 85 Kilometer von der Nordseeinsel Borkum entfernt das Offshore-Windprojekt Nordlicht mit den beiden geplanten Windparks Nordlicht I und II. Mit einer Gesamtleistung von mehr als 1,6 Gigawatt sollen die Anlagen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland beitragen. 

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Bedrohungslage in nordeuropäischen Gewässern gestiegen 

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 hat sich die Bedrohungslage für Europa auch in der Nord- und Ostsee deutlich erhöht. In den vergangenen Jahren verdichteten sich etwa nach Recherchen skandinavischer Medien die Hinweise darauf, dass Russland unter anderem mit Forschungsschiffen kritische Infrastruktur in den nordeuropäischen Gewässern ausspioniert. 

Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport und Verkehr.

Die Nato patrouilliert auch unter Beteiligung der Bundeswehr verstärkt vor allem in der Ostsee. Im Fokus steht dabei die sogenannte russische Schattenflotte – oftmals etwa alte Öltanker, mit denen unter anderem westliche Sanktionen umgangen werden. Es geht dabei auch um Sabotageakte, bei denen am Meeresgrund verlegte Datenkabel und Stromleitungen beschädigt wurden.

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